Wissen Sie, wann Ostern gefeiert wird? Richtig, Ostern ist immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr. Ostern kann also irgendwann zwischen dem 22. März und dem 25. April sein und ist damit das „beweglichste“ Fest im ganzen Jahr. Dieses Jahr ist es der 5. April, an dem der Osterhase zur Arbeit ausrückt. Doch nicht überall ist es ein Hase, der Eier bringt, denn tatsächlich ist der Hase nur eine von mehreren tierischen Figuren, die in verschiedenen Regionen Deutschlands und Europas die Ostereier bringen.
Der Hase selbst wurde erst im 17. Jahrhundert zum bekanntesten Eierboten. Seine Rolle verdankt er vermutlich seiner Symbolkraft: Als besonders fruchtbares Tier stand er für Neubeginn, Frühling und das Erwachen der Natur. Kinder liebten die Vorstellung eines flinken, scheuen Tieres, das heimlich kleine Überraschungen versteckt. Von Südwestdeutschland aus verbreitete sich der Osterhase schließlich in viele andere Länder und wurde zum internationalen Star – bis hin zum amerikanischen „Easter Bunny“.

Doch der Hase war nicht überall allein unterwegs. In Teilen der Pfalz und des Saarlands übernahm früher der Fuchs die Rolle des Eierbringers. Der Osterfuchs galt als schlau, verschmitzt und ein wenig geheimnisvoll – Eigenschaften, die wunderbar zu einem Tier passen, das sich nachts anschleicht und kleine Geschenke hinterlässt. Auch wenn diese Tradition heute seltener geworden ist, lebt sie in manchen Familien noch weiter.
In Thüringen und Hessen wiederum war lange der Kuckuck für die Ostereier zuständig. Das wirkt auf den ersten Blick überraschend, denn der Kuckuck baut bekanntlich keine eigenen Nester. Doch gerade dieser Widerspruch macht den Brauch so charmant. Der Kuckuck galt als Frühlingsbote, dessen Ruf den Beginn der warmen Jahreszeit ankündigte. In alten Bauernregeln spielte er eine wichtige Rolle, und so lag es nahe, ihn auch in die Ostertraditionen einzubinden.

Weiter nördlich, vor allem in Schleswig-Holstein, brachte früher der Storch die Ostereier. Der Storch war ohnehin ein Symbol für Glück, Fruchtbarkeit und neues Leben – und damit ein idealer Begleiter für ein Fest, das den Übergang vom Winter zum Frühling feiert. Manche Kinder glaubten sogar, der Storch bringe nicht nur Babys, sondern auch Ostergeschenke.
Und schließlich gibt es noch den Osterhahn, der in einigen süddeutschen Regionen auftaucht. Als Tier, das den Tagesbeginn ankündigt, steht er für Wachsamkeit und Aufbruch – ein schönes Bild für das Erwachen der Natur im Frühling.
Diese Vielfalt an Ostertieren zeigt, wie unterschiedlich Menschen im Laufe der Zeit ihre Feste gestaltet haben. Oft spiegeln die Figuren die regionale Tierwelt wider, manchmal alte Frühlingsrituale oder religiöse Symbolik. Gemeinsam erzählen sie davon, wie lebendig und fantasievoll Volkskultur sein kann – und wie unterschiedlich Traditionen wachsen, je nachdem, wo man lebt.
Ostern ist damit nicht nur ein Fest der bunten Eier, sondern auch ein kleines kulturgeschichtliches Abenteuer – und vielleicht macht gerade diese Vielfalt den besonderen Reiz aus: dass hinter jeder scheinbar vertrauten Tradition eine überraschende Geschichte steckt.
Das Team der vhs wünscht Ihnen entspannte und frohe Osterfeiertage!
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