„Van Gogh ist tot, aber die van Gogh-Leute leben. Und wie leben sie! Überall van Goghelt’s“. So formulierte Ferdinand Avenarius 1910 in „Der Kunstwart“. Er beschrieb damit die Faszination, die Vincent van Goghs Malerei vor allem auf junge Künstler in Deutschland zu Beginn der 20. Jahrhunderts ausübte. Für die Erfolgsgeschichte des Holländers spielte Deutschland eine zentrale Rolle, denn früher als in anderen Ländern wurde der Künstler hier durch das Engagement von Galeristen, Kritikern und Museumsdirektoren knapp fünfzehn Jahre nach seinem Tod als einer der bedeutendsten Vorreiter der modernen Malerei wahrgenommen.

Den Ausgangspunkt dieser Ausstellung bildet eine Auswahl an Hauptwerken des holländischen Malers, die in einem Dialog mit Bildern deutscher Avantgardisten gezeigt werden. Neben bekannten Beispielen von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Max Beckmann werden in der Ausstellung auch wiederzuentdeckende Positionen präsentiert, für die van Gogh ebenso prägend war, wie Peter August Böckstiegel, Maria Slavona oder Heinrich Nauen. Anliegen der Ausstellung ist es, einen entscheidenden Beitrag für das Verständnis der deutschen Kunstentwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu liefern und dabei Vincent van Goghs Rolle als Schlüsselfigur für die Kunst des deutschen Expressionismus aufzuzeigen.

Tagesfahrt am 7.12.2019. Anmeldung hier.