Deutschlandweite Kampagne ruft zur Beteiligung an der Bundestagswahl auf

Zur diesjährigen Bundestagwahl haben sich zahlreiche lokale „Partnerschaften für Demokratie“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu einer deutschlandweiten Kampagne zusammengeschlossen. Unter dem Motto „Wählen ist entscheidend“ rufen sie alle Bürger:innen auf, am 26. September 2021 von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Plakate und Social Media informieren über Wahlrecht, Beteiligung und Demokratie

Ein Schwerpunkt der Kampagne liegt im Bereich der Social Media. Ebenso kommen klassische Plakate zum Einsatz. Barrierearm informieren die Initiator:innen über Wahlrecht, Beteiligungsmöglichkeiten und Demokratie. Dabei werben sie nicht für einzelne Parteien, sondern zeigen alles Wissenswerte rund um die Bundestagswahl, um Unentschiedenen den Weg zur Wahl zu erleichtern.

Menschen aktiv beteiligen und ihnen eine Stimme geben

„Wir möchten Menschen bundesweit beteiligen und sie dazu ermuntern, mitzureden und unsere Demokratie zu stärken, selbst wenn sie nicht wahlberechtigt sind“, sind sich die Initiator:innen der Kampagne einig. Das sind rund 30 durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geförderte lokale „Partnerschaften für Demokratie“ (PfD), die zum Teil in kommunaler und zum Teil in freier Trägerschaft in unterschiedlichen Konstellationen angesiedelt sind. „Wir und die Kampagne stehen dabei unmissverständlich für eine vielfältige, offene und demokratische Gesellschaft, die sich den Werten von Toleranz und respektvollem Streit verpflichtet“, so die Initiator:innen deutlich.

Plakative Alltagsfragen: „so oder anders?“, „laut oder leise?“, „viel oder wenig?“, „mit oder ohne?“

In diesem Sinne stellt die Kampagne ab sofort plakativ Fragen, die durch ihre Vieldeutigkeit eine Brücke zwischen alltäglichen Entscheidungen und der Bundestagswahl herstellen. Es gibt vier Motive: „so oder anders?“, „laut oder leise?“, „viel oder wenig?“ und „mit oder ohne?“ „Wir möchten mit diesen Alltagsfragen möglichst viele Menschen ansprechen“, so das Planungsteam. Bundesweit sollen diese Motive unter anderem auf Plakaten, Postkarten, Litfaßsäulen, Bierdeckeln oder Brötchentüten und ebenso auf Instagram und Facebook erscheinen. Zusätzlich stellt ein „Entscheidungsbaum“ kurz und knapp alle Infos und Entscheidungsmöglichkeiten rund um die Bundestagswahl auf einen Blick dar.

Professionelle, barrierearme Gestaltung

Die Kampagne wird professionell durch die Grafikerinnen Stefanie Levers (Bochum) und Amy Daramy (Paderborn) sowie den Texter Ingo Karkhof (Bochum) und die Social-Media-Managerin Eliza Fischer (Hamm) umgesetzt. Mit Hilfe der Paul-Klee-Schule in Celle wurde sie von vornherein inklusiv und barrierearm gestaltet. Dabei werden die Fakten auch mal mit einem Augenzwinkern vermittelt.

Ergänzende lokale Veranstaltungen: kreativ und interaktiv

Eine Vielzahl an kreativen und interaktiven Veranstaltungen sollen darüber hinaus in den beteiligten Kommunen angeboten werden. Unter dem Hashtag #waehlenistentscheidend werden die lokalen Aktionen bundesweit verbunden.

In Schloß Holte-Stukenbrock lädt das Jugendparlament zur Podiumsdiskussion mit den Direktkandidat:innen des Wahlkreises 136 ein. Die Veranstaltung ist weiterhin abrufbar unter https://jupa-shs.de/

Instagram           https://www.instagram.com/waehlen.ist.entscheidend/

Facebook            www.facebook.com/Wählen-ist-entscheidend-109309304664367

Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Das Jugendparlament SHS hat – wie bereits 2020 zur Kommunalwahl – in Vorbereitung zur Podiumsdiskussion eingeladen. Rund 65 Schloß Holte-Stukenbrocker:innen fanden sich am Mittwochabend, den 8. September, in der Aula am Gymnasium ein, um fünf von sechs Direktkandidat:innen, die sich im Wahlkreis 136 zur Wahl stellen, kennenzulernen und Ihre Fragen stellen zu können. Mario Lüke führte als Moderator durch den Abend. Das Diskussionsformat des Jugendparlamentes sah ausschließlich Fragen an alle Kandidat:innen vor, die jeweils innerhalb von 45 Sekunden beantwortet werden mussten. Einige wenige Fragen waren vorab eingereicht worden, viele wurden vor Ort aus dem Publikum gestellt. Rund 150 Personen verfolgten die Veranstaltung über den Livestream, der durch die Agentur Chapeau (Verl) zur Verfügung gestellt wurde. Dieser steht auch weiterhin zur Verfügung.

Und so berichteten Neue Westfälische und Westfalen Blatt

Das Jugendparlament SHS wurde neu gewählt und hat sich am 19. August konstituiert. Angesichts der vielen neuen und jungen Engagierten war ein Teambuilding-Tag die erste Amtshandlung. Mitglieder des Stadtrates wurden zum ersten Kennenlernen ebenso eingeladen. Ein Nachmittag im Paderborner Kletterpark bot den Jugendlichen und den teilnehmenden Ratsmitgliedern eine Chance sich abseits vom Rathaus und Kommunalpolitik einmal ganz anders kennenzulernen und sich als Team neu zu finden. Die Koordinierungs- und Fachstelle der PfD SHS begleitete den Ausflug. Anschließend an diesen niedrigschwelligen Einstieg steht schon bald ein Workshop-Wochenende an, an dem sich die Mitglieder in die inhaltliche Auseinandersetzung mit ihren neuen Aufgaben stürzen können.

Bist du schon einmal durch den Heinz-Baak-Weg in Stukenbrock gelaufen und hast dich gefragt, wer das wohl war?

Heinz Baak, 1922 in Liemke geboren und als Jugendlicher nach Bielefeld gezogen, verteilte zusammen mit Werner Leege Flugblätter und schrieb mit Kreide Parolen gegen das nationalsozialistische Regime an Wände. Für seinen Widerstand wurde er 1942 in Berlin / Plötzensee hingerichtet.

In einem zweitägigen Workshop haben sich Jugendliche der Geschichte von Heinz Baak und Widerstand in der Zeit des NS-Regimes auf künstlerische Art und Weise angenähert. In Zusammenarbeit mit zwei Graffiti-Künstlern könnt ihr eigene Motive entwickeln und auf die Leinwand sprayen.

Die entstandenen Werke befinden sich aktuell in der Gedenkstätte. Bei Interesse an einer Ausstellung, werden wir gerne kontaktiert!

Unsere liberale Gesellschaft ist in den letzten Jahren mit einer neuartigen Form von Hass konfrontiert, mehr noch: sie wird davon fundamental bedroht. Rechtsextremist:innen belassen es längst nicht mehr nur bei Worten. In den USA, der ältesten Demokratie, sorgte unlängst ein „Sturm auf das Kapitol“ für globalen Schrecken.

QAnon-Anhänger:innen und Reichsbürger:innen sind Phänomene, die vor einigen Jahren den meisten unbekannt waren. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie haben Verschwörungstheorien Auftrieb. Die radikale Rechte fährt auch bei Wahlen Erfolge ein. Populismus mündet offenbar in Radikalismus. Welche Rolle spielt ein internationalisierter und virtualisierter europäischer Rechtsextremismus und wie hat er sich gewandelt?

Dr. Florian Hartleb ist Politikwissenschaftler und -berater sowie Autor u.a. des vielbeachteten Buches „Einsame Wölfe. Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter“. Digital war er bei uns zu Gast und stand im Anschluss an seinen Vortrag für Fragen zur Verfügung.

Der Glaube an Verschwörungsideologien war schon immer Teil unserer Geschichte. Aber welche Rolle spielen die Verbreitung von ‚Fake Facts‘ und ‚Fake News‘ über die sogenannten neuen Medien? Wie schnell werden wir eigentlich selber zu Verschwörungsideolog:innen? Und wie können wir uns und andere schützen?

Katharina Nocun – Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin, Bürgerrechtlerin und Netzaktivistin – hat sich gemeinsam mit der Psychologin Pia Lamberty auf die Suche begeben. In ihrem Buch „Fake Facts – Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ erforschten sie, wie sich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft durch Verschwörungsideologien radikalisieren. Sie nehmen dabei die psychologische, die politische, die ökonomische, die gesellschaftliche Perspektive ins Visier. Mit ihrem Buch schafften sie es auf die Spiegel-Bestsellerliste.

In ihrem Online-Vortrag gab die Autorin einen umfangreichen Überblick über den Forschungsstand zu Verschwörungsideologien und beantwortete Fragen der Teilnehmenden.

Hate Speech im Internet betrifft uns alle. Hasskommentare setzen Menschen auf eine verletzende und menschenunwürdige Weise herab. Dabei ist es nur eine kleine Gruppe, die ihren Hass lautstark und durch Algorithmen sichtbar platziert in die Kommentarspalten tippt. Oft entsteht der Eindruck, dieser Hass spiegele die gesamte Gesellschaft wider. Das nimmt Vielen den Mut, am demokratischen Diskurs teilzunehmen. Diesem Hass zu begegnen benötigt Courage, Energie und eingeübte Tipps und Tricks für Counter Speech.

Das BOOTCAMP für Digitale Zivilcourage von ichbinhier e.V. hat für uns couragierte Counter Speaker:innen ausgebildet. Sie haben Hintergrundwissen zu Hate und Counter Speech erworben, schlüpften in verschiedene Rollen von Kommentator:innen und erhielten Tipps und Tricks für die ersten Schritte als Counter Speaker:in.

In Gedenken an das Massaker von Sharpeville am 21. März 1960, wurde sechs Jahre später der 21. März von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung“ deklariert. Seit 1979 werden alljährliche Aktionswochen um diesen Tag herum veranstaltet.

Von Diskriminierung und Rassismus betroffenen Menschen erfahren tagtäglich Verletzungen ihrer Menschenwürde. Das sollen die Internationalen Wochen gegen Rassismus sichtbar machen; sie werden in Deutschland durch die Stiftung Gegen Rassismus koordiniert. Die diesjährigen Wochen zwischen dem 15. und 28. März stehen unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos.“.

In den vergangenen beiden Jahren hat es auch in Schloß Holte-Stukenbrock jeweils zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus eine große Veranstaltung in der Aula gegeben. Im letzten Jahr gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie ein buntes Bühnenprogramm unter dem Motto „Gesicht zeigen – Stimme erheben“ mit den Schüler:innen beider weiterführenden Schulen, die sich in diversen Formaten mit Themen der Diskriminierung kreativ auseinandersetzten. An solch große Veranstaltungen ist in diesem Jahr leider nicht zu denken.

Wir haben dennoch dazu aufgerufen, ein Zeichen zu setzen. Die Postkarten „Für Vielfalt, gegen Vorurteile. SHS zusammen gegen Rassismus“ lagen bei unseren Netzwerkpartner:innen aus und riefen in diesem Jahr dazu auf, schriftlich kreativ zu werden und Stellung zu beziehen. Unter den Hashtags #IWgR #IWgR21 #solidaritätgrenzenlos wurde auch online zur Beteiligung aufgerufen.

Besonderer Dank geht an die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Gesamtschule SHS, die auf eine besondere Art Farbe gezeigt hat und uns ihre kreativen Ergebnisse zur Verfügung gestellt hat!

Traditionell findet seit vielen Jahren am Samstag nach dem Internationalen Frauentag am 8. März ein Internationales Frauenfrühstück mit großem Buffet statt. Aufgrund der Pandemie konnte eine solche Veranstaltung in diesem Jahr nicht stattfinden. Daher bot die Gleichstellungsstelle eine ganz besondere Veranstaltung: eine Lesung mit der Autorin Karin Kalisa aus ihrem Roman „Bergsalz“.

Karin Kalisa erzählt in Ihrem Roman im Allgäuer Dialekt von Frauen aus drei Generationen – Franzi, Esma und Sabine, die nicht alle aus dem Voralpenland kommen und durch gemeinsames Kochen und Essen zueinander finden. Die Charaktere werden eindringlich und mitreißend in ihrer Einsamkeit und Mitmenschlichkeit als auch ihrem Eigensinn und Gemeinsinn und unter aktuellem Bezug zum Klimawandel und zur Flüchtlingssituation beschrieben.

Diese Veranstaltung wird Ihnen durch die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock / Stabsstelle Gleichstellung und in Kooperation mit Ihrer Volkshochschule und der Buchhandlung Strathmann angeboten.

Was können wir tun gegen eine der großen Krisen unserer Zeit – der Spaltung unserer Gesellschaft? Hass und Vorurteile scheinen unsere Gemeinsamkeiten wieder und wieder zu überschatten. Der Journalist und Radiomoderator Bastian Berbner hat sich auf die Reise eines sozial-psychologischen Experimentes begeben, um einer Lösung näher zu kommen. Er führte 76 Interviews in acht Ländern. Darunter Rechtsextremist:innen, Islamist:innen, Bürger:innen aus der Mitte der Gesellschaft und Visionär:innen. Daraus entstanden ein Buch und ein Podcast, welcher mit dem Egon Erwin Kisch-Preis für die beste Reportage 2019 ausgezeichnet wurde. In seinen eindrücklichen und tief bewegenden Geschichten über Begegnungen, fällt es leicht, Hoffnung zu schöpfen.

Wir freuen uns, dass Bastian Berbner unser Gast war bei (digitalen) Demokratiekonferenz 2021. Mit der Inspiration seiner Geschichten im Gepäck und unter dem Motto „Global denken, Lokal handeln“, tauschten sich die Teilnehmenden in Ideenlaboren aus und entwickeln Sie gemeinsam lokale Begegnungsmöglichkeiten und -projekte. Sie werden in die Arbeit der Partnerschaft für Demokratie mit einfließen: